Körperformung

Ratgeber

Ist eine Fettabsaugung dauerhaft, kommt das Fett zurück?

Die abgesaugten Fettzellen selbst wachsen nicht nach, denn ihre Gesamtzahl bleibt im Erwachsenenalter weitgehend konstant. Nehmen Sie danach deutlich zu, können sich verbliebene Zellen vergrößern, und Studien zeigen, dass sich Fett dann bevorzugt in andere Körperregionen verlagert statt an der behandelten Stelle. Stabiles Gewicht hält das Ergebnis am sichersten.

Wachsen abgesaugte Fettzellen nach?

Nein: Die Gesamtzahl Ihrer Fettzellen, der Adipozyten, wird im Kindes- und Jugendalter festgelegt und bleibt danach ein Leben lang weitgehend konstant, wie eine vielzitierte Studie im Fachjournal Nature aus dem Jahr 2008 gezeigt hat.

Kaj Spalding und Kollegen bestimmten das Alter von Fettzellen über den Gehalt an radioaktivem Kohlenstoff-14, der durch oberirdische Kernwaffentests in der Atmosphäre in messbarer Menge vorhanden ist und sich in der DNA jeder Zelle wiederfindet. So ließ sich zeigen, wie oft sich Fettzellen erneuern, ohne dass sich ihre Gesamtzahl ändert.

  • Die Gesamtzahl der Fettzellen eines Erwachsenen ist bereits im Kindes- und Jugendalter festgelegt.
  • Jährlich erneuern sich rund 10 Prozent der Fettzellen, unabhängig vom Body-Mass-Index. Neue Zellen ersetzen dabei absterbende, die Gesamtzahl bleibt gleich.
  • Bei Gewichtsveränderungen im Erwachsenenalter ändert sich vor allem die Größe der einzelnen Fettzellen, nicht in erster Linie ihre Zahl.
  • Auch bei frühem Übergewicht im Erwachsenenalter blieben in der Studie weder die Absterbe- noch die Neubildungsrate der Fettzellen verändert.

Auf dieser Grundlage bestätigen DGPRÄC und DGÄPC übereinstimmend in ihren Patienteninformationen: Die durch eine Fettabsaugung entfernten Fettzellen wachsen nicht nach.

Fachleute unterscheiden dabei zwei Wege, wie Fettgewebe wächst: Hypertrophie beschreibt die Vergrößerung bestehender Zellen, Hyperplasie die Bildung ganz neuer Zellen. Die Studie von Spalding und Kollegen zeigt, dass Gewichtszunahme im Erwachsenenalter überwiegend über Hypertrophie läuft, während eine echte Neubildung von Fettzellen im Erwachsenenalter die Ausnahme bleibt. Das ist der biologische Grund, warum die durch eine Fettabsaugung entfernten Zellen fehlen, auch wenn sich die verbliebenen Zellen bei einer Gewichtszunahme vergrößern können.

Jährliche Erneuerungsrate der Fettzellen bei konstanter Gesamtzahl, unabhängig vom Body-Mass-Index
rund 10 Prozent
Spalding et al., Dynamics of fat cell turnover in humans, Nature 453, Stand 5. Juni 2008
Veränderung des Körperfettanteils 6 Wochen nach kleinvolumiger Liposuktion gegenüber 1 Jahr danach (Hernandez und Kollegen)
minus 2,1 Prozent nach 6 Wochen, nach 1 Jahr wiederhergestellt, aber umverteilt
Hernandez et al., Fat Redistribution Following Suction Lipectomy, Obesity 19(7), Seiten 1388-1395, Stand 1. Juli 2011
Änderung der Insulinsensitivität nach Entfernung von 18 bis 19 Prozent der Bauchfettmasse durch Liposuktion
keine signifikante Änderung
Klein et al., Absence of an Effect of Liposuction on Insulin Action and Risk Factors for Coronary Heart Disease, NEJM 350(25), Stand 17. Juni 2004

Was passiert, wenn Sie nach der Fettabsaugung zunehmen?

Nehmen Sie nach dem Eingriff deutlich zu, kann laut DGÄPC auch an der abgesaugten Stelle wieder ein Depot entstehen, allerdings nur durch Vergrößerung der noch vorhandenen Zellen, nicht durch neue. Die geformte Kontur bleibt nach dieser Darstellung dennoch dauerhaft bestehen.

Die wissenschaftliche Datenlage ist differenzierter und nicht abschließend geklärt; zwei Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Zwei Studien zur Fettverteilung nach einer Fettabsaugung im Vergleich.
StudieDesign und FallzahlNachbeobachtungErgebnis
Hernandez und Kollegen, Obesity, 2011Randomisiert-kontrolliert, 32 normalgewichtige Frauen, 14 mit kleinvolumiger Liposuktion und 18 in der Kontrollgruppe1 JahrNach 6 Wochen 2,1 Prozent weniger Körperfett. Nach 1 Jahr war das Gesamtkörperfett wiederhergestellt, aber umverteilt: Die Oberschenkel blieben reduziert, um 2,59 Prozentpunkte, während die Bauchregion zunahm
Swanson, Plastic and Reconstructive Surgery, 2012Fotografische Vermessung vor und nach Liposuktion und/oder Bauchdeckenstraffung bei 301 Patientinnenmindestens 3 Monate, bei 46 Patientinnen mindestens 1 JahrKeine Hinweise auf eine Fettumverteilung oder Fettwiederansammlung gegenüber einer Vergleichsgruppe

Die beiden Studien unterscheiden sich in Methode und Fallzahl, und eine abschließende Antwort gibt die Forschung bisher nicht. Was beide Seiten nicht infrage stellen: Bleibt Ihr Gewicht stabil, bleibt auch die neue Kontur stabil.

Verbessert eine Fettabsaugung Stoffwechselwerte oder das Diabetes-Risiko?

Nein, das zeigt eine oft zitierte Studie im New England Journal of Medicine aus dem Jahr 2004 mit 15 übergewichtigen Frauen.

Bei 8 Teilnehmerinnen mit normalem Glukosetoleranztest wurden 44 Prozent des Unterhaut-Bauchfetts entfernt, umgerechnet 9,1 Kilogramm oder 18 Prozent der Körperfettmasse; bei 7 Teilnehmerinnen mit Typ-2-Diabetes waren es 28 Prozent des lokalen Fetts, 10,5 Kilogramm oder 19 Prozent der Körperfettmasse. Gemessen wurde mit der euglykämisch-hyperinsulinämischen Clamp-Methode, dem Referenzverfahren für die Insulinsensitivität. Nach 10 bis 12 Wochen zeigte sich keine signifikante Änderung der Insulinsensitivität von Muskel, Leber oder Fettgewebe, und auch Entzündungswerte, Blutdruck, Blutzucker und Blutfette blieben unverändert.

Die Autoren folgerten, dass das reine Entfernen von Fettmasse nicht dieselben Stoffwechselvorteile erreicht wie ein echter Gewichtsverlust durch Ernährung und Bewegung.

Ab wann gilt das Ergebnis einer Fettabsaugung als endgültig?

Die DGPRÄC nennt für die meisten Fälle 6 bis 9 Monate, bis sich das tatsächliche Endergebnis beurteilen lässt; die DGÄPC nennt für eine mögliche Korrektur bei Unregelmäßigkeiten frühestens 6 Monate. Bis dahin können Schwellung und innere Vernarbung die sichtbare Kontur noch verändern.

Eine Nachkorrektur vor diesem Zeitpunkt beurteilt häufig noch die abklingende Schwellung statt des tatsächlichen Ergebnisses. Wer zu früh nachbessern lässt, riskiert einen Eingriff an einer Stelle, die sich ohnehin noch von selbst verändert hätte, mit einem unnötigen zusätzlichen Risiko für Konturunregelmäßigkeiten.

Den vollständigen Zeitverlauf mit Schwellung, Blutergüssen und Kompression zeigt der Artikel Heilungsverlauf nach der Fettabsaugung: Woche für Woche.

Ist die Liposuktion beim Lipödem dauerhaft?

Beim Lipödem beantwortet das die S2k-Leitlinie ausdrücklich: Das Lipödem selbst ist durch die Liposuktion nicht heilbar, doch Schmerzen können dauerhaft gelindert werden, so Empfehlung 12.6. Die Liposuktion entfernt in diesem Fall krankhaft vermehrtes Fettgewebe, nicht die Erkrankung. Ausführlich, mit den Voraussetzungen der Kassenleistung sowie der privaten Versicherung und Beihilfe, in den Artikeln Lipödem: was die Diagnose bedeutet und was Ihnen zusteht und Zahlt die private Krankenversicherung die Lipödem-OP?

Wie Sie das Ergebnis möglichst lange halten

Der wirksamste Hebel ist ein stabiles Gewicht, weil Ihr Körper die Gesamtzahl der Fettzellen weitgehend konstant hält, aber nicht deren Größe.

  1. Halten Sie Ihr Gewicht nach Abschluss der Heilungsphase möglichst stabil. Die Fettzell-Studie von Spalding und Kollegen zeigt, warum das der wirksamste Hebel ist: Ihr Körper hält die Gesamtzahl der Fettzellen weitgehend konstant, aber nicht deren Größe.
  2. Bauen Sie regelmäßige Bewegung in den Alltag ein. Sie unterstützt die Gewichtsstabilität, nicht das punktuelle Abnehmen an der behandelten Stelle.
  3. Vermeiden Sie starke Gewichtsschwankungen nach oben und unten. Beide zitierten Studien beobachteten ihre Teilnehmerinnen bei eher stabilem Gewicht, nicht bei großen Ausschlägen.
  4. Lassen Sie das Endergebnis erst nach 6 bis 9 Monaten beurteilen, bevor Sie eine Korrektur erwägen, weil die Kontur vorher noch nicht endgültig ist.
  5. Pflegen Sie die Haut der behandelten Region. Straffe, elastische Haut war schon vor dem Eingriff die Voraussetzung für ein gutes Ergebnis und bleibt es danach.
Fett ist zurückgekommen: was jetzt?

Haben Sie insgesamt an Gewicht zugenommen, auch außerhalb der behandelten Zone?

Ja

Dann liegt der nächste Schritt bei Ernährung und Bewegung, nicht bei einer erneuten Absaugung. Die Studienlage zeigt, dass der Körper zugenommenes Fett bevorzugt in anderen Regionen einlagert.

Nein

Ist an der behandelten Stelle selbst wieder ein kleines, umschriebenes Polster spürbar, bei sonst stabilem Gewicht?

Ja

Eine erneute, gezielte Fettabsaugung an derselben Stelle ist grundsätzlich möglich. Klären Sie mit der Praxis, ob das Areal beim ersten Eingriff vollständig behandelt wurde.

Nein

Ist stattdessen die Haut locker geworden statt das Fettvolumen verändert, ist eine Straffungsoperation die richtige Anlaufstelle, siehe der Artikel Körperstraffung: welche Operation zu welchem Hautüberschuss passt.

Häufige Fragen

Wachsen die bei einer Fettabsaugung entfernten Fettzellen nach?

Nein. Nach der Nature-Studie von Spalding und Kollegen aus dem Jahr 2008 wird die Gesamtzahl der Fettzellen im Kindes- und Jugendalter festgelegt und bleibt im Erwachsenenalter weitgehend konstant. DGPRÄC und DGÄPC bestätigen in ihren Patienteninformationen: Die entfernten Fettzellen wachsen nicht nach.

Kommt das Fett nach einer Fettabsaugung an anderer Stelle zurück?

Die Studienlage ist uneinheitlich. Eine Studie im Fachjournal Obesity aus dem Jahr 2011 fand bei 32 Frauen nach 1 Jahr eine Umverteilung des Fetts in Richtung Bauchregion bei stabil reduzierten Oberschenkeln. Eine größere fotografische Auswertung von 301 Patientinnen aus dem Jahr 2012 fand dagegen keine Hinweise auf eine Fettumverteilung. Beide Studien stimmen darin überein, dass ein stabiles Gewicht die Kontur am sichersten erhält.

Hilft eine Fettabsaugung gegen erhöhte Blutzucker- oder Cholesterinwerte?

Nein. Eine Studie im New England Journal of Medicine aus dem Jahr 2004 fand trotz Entfernung von 18 bis 19 Prozent der Körperfettmasse keine signifikante Verbesserung von Insulinsensitivität, Blutdruck, Blutzucker oder Blutfetten. Eine Fettabsaugung ersetzt keine Behandlung von Übergewicht oder Adipositas.

Ab wann ist das Ergebnis einer Fettabsaugung endgültig?

Nach Angaben der DGPRÄC lässt sich das tatsächliche Endergebnis in den meisten Fällen erst nach 6 bis 9 Monaten beurteilen. Vorher können Schwellung und innere Vernarbung die sichtbare Kontur noch verändern, wie der Artikel Heilungsverlauf nach der Fettabsaugung: Woche für Woche im Detail zeigt.

Heilt eine Liposuktion ein Lipödem?

Nein. Die S2k-Leitlinie Lipödem hält in Empfehlung 12.6 ausdrücklich fest, dass das Lipödem durch die Liposuktion nicht heilbar ist. Schmerzen können aber dauerhaft gelindert und die Lebensqualität verbessert werden, weil krankhaft vermehrtes Fettgewebe entfernt wird.

Was kann ich selbst tun, damit das Ergebnis einer Fettabsaugung hält?

Halten Sie Ihr Gewicht nach der Heilungsphase möglichst stabil, bewegen Sie sich regelmäßig und vermeiden Sie starke Gewichtsschwankungen. Weil Ihr Körper die Gesamtzahl der Fettzellen konstant hält, aber nicht deren Größe, ist ein stabiles Gewicht der wirksamste Hebel, um die neue Kontur zu erhalten.

Begriffe aus diesem Artikel im Glossar

  • Lipödem: Das Lipödem ist eine schmerzhafte, symmetrische Fettverteilungsstörung an Armen und Beinen, die nach der S2k-Leitlinie fast ausschließlich Frauen betrifft. Leitsymptom ist der Schmerz bei Druck oder Berührung, nicht die Fettmenge allein. Kopf, Hals, Rumpf, Hände und Füße bleiben unbetroffen. Die Diagnose stützt sich auf Anamnese und Tastbefund.
  • Liposuktion: Liposuktion, auch Fettabsaugung genannt, entfernt Unterhautfettgewebe über feine Kanülen durch kleine Hautschnitte. Bei Lipödem-Patientinnen ist sie nach aktueller Leitlinie die einzige Behandlung, die das vermehrte Fettgewebe dauerhaft reduziert, während konservative Verfahren nur die Symptome lindern. Der Eingriff erfolgt unter Tumeszenz-Lokalanästhesie oder Vollnarkose.
  • Kryolipolyse: Kryolipolyse ist ein Verfahren, das ein Fettpolster ohne Schnitt mit Kälte behandelt: Ein Applikator saugt die Hautfalte an und kühlt sie, bis ein Teil der Fettzellen abstirbt. Der Körper baut die geschädigten Zellen über Wochen ab.
  • Adipozyten (Fettzellen): Adipozyten sind die Zellen des Fettgewebes, die Energie in Form von Fett speichern. Ihre Gesamtzahl wird im Kindes- und Jugendalter festgelegt und bleibt im Erwachsenenalter weitgehend konstant.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. Spalding K, Arner E, Westermark P, et al.: Dynamics of fat cell turnover in humans, Nature 453, Seiten 783-787, Nature,
  2. Hernandez TL, Kittelson JM, Law CK, et al.: Fat Redistribution Following Suction Lipectomy: Defense of Body Fat and Patterns of Restoration, Obesity 19(7), Seiten 1388-1395, Obesity (Silver Spring), über PubMed,
  3. Swanson E: Photographic measurements in 301 cases of liposuction and abdominoplasty reveal fat reduction without redistribution, Plastic and Reconstructive Surgery 130(2), Seiten 311e-322e, Plastic and Reconstructive Surgery, über PubMed,
  4. Klein S, Fontana L, Young VL, et al.: Absence of an Effect of Liposuction on Insulin Action and Risk Factors for Coronary Heart Disease, New England Journal of Medicine 350(25), Seiten 2549-2557, New England Journal of Medicine, über PubMed,
  5. Patienteninformation Fettabsaugung (Liposuktion), Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC),
  6. Fettabsaugung: Diagnose, Vorbereitung, Ablauf und Nachsorge, Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC),
  7. S2k-Leitlinie Lipödem, AWMF-Registernummer 037-012, Version 5.0 vom 22. Januar 2024, Empfehlung 12.6, Deutsche Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie, AWMF,

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Stand dieser Angaben: 22. September 2026.