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Kryolipolyse oder Fettabsaugung: was zu Ihrem Befund passt

Eine Kryolipolyse passt zu einem einzelnen, greifbaren Fettpolster bei einem Body-Mass-Index bis 30; im Ultraschall nimmt die Fettschicht in Studien um 10 bis 25 Prozent ab. Größere Fettmengen, mehrere Regionen oder ein Lipödem sprechen für eine Fettabsaugung. Sie entfernt bis zu 3 Liter reines Fett je Eingriff, ist aber eine Operation mit höherem Risiko.

Was Kryolipolyse und Fettabsaugung grundsätzlich unterscheidet

Die Kryolipolyse schädigt Fettzellen ohne Schnitt durch Kälte, die Fettabsaugung saugt Fett in einer Operation ab. Bei der Kryolipolyse saugt ein Applikator die Hautfalte mit dem Polster an und kühlt sie; die geschädigten Fettzellen baut der Körper über Wochen selbst ab. Bei der Fettabsaugung, fachlich Liposuktion, spritzt die Ärztin zuerst eine Tumeszenzlösung ins Gewebe. Tumeszenz heißt Anschwellung: Die Lösung aus Kochsalz, einem örtlichen Betäubungsmittel und Adrenalin lässt das Fettgewebe anschwellen, danach entfernt eine dünne Kanüle das Fett durch kleine Schnitte.

Aus diesem Unterschied folgt fast alles andere. Eine deutsche randomisierte Studie (Dahmann und Kollegen, Plastic and Reconstructive Surgery 2023) fasst es so: Die Kryolipolyse hat weniger Nebenwirkungen als die Liposuktion, ist aber auch weniger wirksam. In dieser Studie nahm die Fettschicht am Unterbauch nach einer Sitzung im Ultraschall um 14,1 Prozent ab, und nur 44 Prozent der Teilnehmenden bemerkten selbst einen Fettverlust. Die Übersicht von Ortiz und Avram (Seminars in Cutaneous Medicine and Surgery 2015) hält fest, dass Geräte ohne Operation an die Ergebnisse der Liposuktion nicht heranreichen.

Kryolipolyse und Fettabsaugung im direkten Vergleich. Angaben aus der Übersichtsarbeit Ingargiola 2015, der Metaanalyse Mah 2025, der S2k-Leitlinie Lipödem 037-012, den Patienteninformationen der DGÄPC und der GOÄ, Stand September 2026.
MerkmalKryolipolyseFettabsaugung (Liposuktion)
EingriffKein Schnitt, keine Betäubung; ein Applikator saugt das Polster an und kühlt esOperation über kleine Schnitte, meist in Tumeszenz-Lokalanästhesie, bei großen Mengen in Vollnarkose
Entfernte MengeFettschicht nimmt im Ultraschall um 10,3 bis 25,5 Prozent abBis zu 3 Liter reines Fett je Eingriff mit Tumeszenztechnik; beim Lipödem höchstens 10 Prozent des Körpergewichts je Sitzung
Ergebnis beurteilbarNach etwa 12 WochenNach Abklingen der Schwellung; entfernte Fettzellen wachsen nicht nach
Häufige FolgenTaubheit, Rötung, Schwellung und Schmerz, meist vorübergehendSchwellung, Blutergüsse, Nachblutung, vorübergehende Taubheit
Seltene, ernste FolgenParadoxe Fettzunahme bei 0,22 Prozent der BehandeltenInfektion, Erysipel, Serom, Thrombose; Komplikationsraten in Serien 2,3 bis 9,5 Prozent
Nach dem EingriffKeine Operation, keine WundeBegleitung für 24 Stunden, Kompression mindestens zwei, besser vier Wochen Tag und Nacht
KrankenkasseZahlt nieZahlt nur bei Lipödem unter den Voraussetzungen der Qualitätssicherungs-Richtlinie
Obergrenze des Body-Mass-Index in der US-Freigabe der Kryolipolyse für Bauch, Flanken, Oberschenkel und Kinn
30 kg/m²
FDA, 510(k)-Freigabe K151179 für das CoolSculpting System, Stand 21. August 2015
Häufigkeit einer paradoxen Fettzunahme nach Kryolipolyse, gepoolt aus 28 Studien mit 13.078 Behandelten
0,22 Prozent
Mah et al., Aesthetic Surgery Journal Open Forum 2025, DOI 10.1093/asjof/ojaf142, Stand 31. Oktober 2025
Punktzahl der GOÄ-Nummer 2454, Entfernung von überstehendem Fettgewebe an einer Extremität
924 Punkte
Gebührenverzeichnis zur GOÄ, Abschnitt L VII, Stand 21. September 2026

Welcher Befund zu welchem Verfahren passt

Vier Merkmale Ihres Befunds entscheiden: die Menge und Ausdehnung des Fetts, Ihr Gewicht, der Zustand Ihrer Haut und ein möglicher Verdacht auf ein Lipödem. Die Kryolipolyse braucht ein Polster, das der Applikator als Falte ansaugen kann. Die US-Arzneimittel- und Medizinproduktebehörde FDA hat das verbreitetste Gerät nur für Menschen mit einem Body-Mass-Index von höchstens 30 kg/m² freigegeben. Der Body-Mass-Index ist das Gewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern.

Die Fettabsaugung reicht weiter. Nach der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) lässt sich grundsätzlich jedes Fettdepot absaugen, und je elastischer die Haut ist, desto besser fällt das Ergebnis aus. Hängt dagegen vor allem Haut ohne viel Fett darunter, hilft weder Kälte noch Absaugung, denn beide entfernen Fett und keine Haut. Dann ist eine Straffungsoperation das passende Verfahren.

Kryolipolyse, Fettabsaugung oder etwas anderes: 4 Fragen zu Ihrem Befund

Haben Sie Schmerzen, Druckempfindlichkeit oder häufige blaue Flecken an einer symmetrischen Fettvermehrung an Beinen oder Armen?

Ja

Lassen Sie zuerst ärztlich klären, ob ein Lipödem vorliegt. Die S2k-Leitlinie empfiehlt dafür die Liposuktion als operative Methode der Wahl; die Kryolipolyse nennt sie nicht.

Nein

Liegt Ihr Body-Mass-Index unter 30 kg/m²?

Ja

Hängt an der störenden Stelle vor allem Haut, unter der kaum Fett liegt?

Ja

Dann entfernt nur eine Straffungsoperation den Überschuss. Kryolipolyse und Fettabsaugung verkleinern Fett und verkürzen keine Haut.

Nein

Geht es um ein einzelnes, begrenztes Polster, das sich als Falte greifen lässt?

Ja

Eine Kryolipolyse kommt in Frage. Rechnen Sie mit einer Abnahme der Fettschicht um etwa ein Zehntel bis ein Viertel und beurteilen Sie das Ergebnis nach 12 Wochen.

Nein

Bei größeren Mengen oder mehreren Regionen passt eher eine Fettabsaugung. Sie entfernt das Fett direkt und formt die Kontur, ist aber eine Operation mit Aufklärung, Betäubung und Kompression.

Nein

Weder Kryolipolyse noch Fettabsaugung sind ein Mittel gegen Übergewicht. Sprechen Sie zuerst mit Ihrer Hausärztin über eine Behandlung des Gewichts.

Wie viel Fett jedes Verfahren entfernt

Eine Kryolipolyse verringert die Fettschicht an der behandelten Stelle um etwa ein Zehntel bis ein Viertel. Die Übersichtsarbeit von Ingargiola und Kollegen (Plastic and Reconstructive Surgery 2015) wertete 19 Studien aus: Im Ultraschall nahm die Fettschicht im Mittel um 10,3 bis 25,5 Prozent ab, mit dem Messschieber gemessen um 14,67 bis 28,5 Prozent. Eine zweite Sitzung am selben Ort brachte in den ausgewerteten Studien weitere Abnahme, aber weniger als die erste. Eine Metaanalyse aus 30 Studien (Ravindran und Kollegen, Obesity Reviews 2025) fand zwölf Wochen nach der Behandlung im Mittel 3,56 Zentimeter weniger Bauchumfang.

Eine Fettabsaugung entfernt Fett in Litern. Die DGÄPC nennt für die Tumeszenztechnik höchstens 3 Liter reines Fett je Eingriff, zusammen mit der Lösung etwa 6 Liter Flüssigkeit; mit der wasserstrahlassistierten Technik sind größere Mengen möglich. Beim Lipödem begrenzt Empfehlung 12.4 der S2k-Leitlinie das abgesaugte Volumen auf 10 Prozent des Körpergewichts je Sitzung. Die DGÄPC betont zugleich, dass nicht die Menge das Ziel ist, sondern eine harmonische Kontur.

  • Ein kleines Polster an Flanke, Bauch, Oberschenkel oder Kinn liegt in dem Bereich, für den die US-Behörde FDA die Kryolipolyse freigegeben hat.
  • Bei Reiterhosen, einem großen Fettbauch oder Polstern an mehreren Stellen müsste die Kryolipolyse jedes Areal einzeln behandeln, und jedes verliert nur einen Teil seiner Fettschicht.
  • Beim Lipödem entscheidet die Diagnose über das Verfahren; die Leitlinie empfiehlt dafür die Liposuktion als Methode der Wahl.
  • Bei schlaffer Haut entfernt keines der beiden Verfahren den Überschuss; eine Straffung ist dann das passende Verfahren.

Welche Risiken beide Verfahren haben

Die Kryolipolyse hat häufige, aber meist vorübergehende Nebenwirkungen. In der Metaanalyse von Ravindran und Kollegen berichteten 49,5 Prozent der Behandelten Taubheitsgefühle, 44,5 Prozent Rötungen, 30,5 Prozent Schwellungen und 28,8 Prozent Schmerzen. Die seltene, aber ernste Nebenwirkung heißt paradoxe adipöse Hyperplasie: Statt kleiner zu werden, wächst das Fett im behandelten Bereich Monate später zu einem festen Polster. Eine Metaanalyse aus 28 Studien mit 13.078 Behandelten (Mah und Kollegen, Aesthetic Surgery Journal Open Forum 2025) kam auf 0,22 Prozent, also etwa einen Fall auf 455 Behandelte, und damit auf mehr, als die Herstellerangaben nahelegen.

Die Fettabsaugung ist eine Operation mit den Risiken einer Operation. Die S2k-Leitlinie Lipödem zitiert Komplikationsraten zwischen 2,3 Prozent (Kruppa und Kollegen 2022) und 9,5 Prozent (Kruppa und Kollegen 2020), darunter Wundinfektionen, Erysipel, Serome und Blutungen. Ein Serom ist eine Ansammlung von Wundflüssigkeit, ein Erysipel eine bakterielle Hautinfektion. Für Geräte zur Tumeszenz-Liposuktion schreibt die EU einen besonderen Warnhinweis vor: Bei Menschen, die Betablocker, bestimmte Kalziumkanalblocker, Herzglykoside oder zentral wirkende Alpha-Agonisten einnehmen, wurden Todesfälle durch einen zu langsamen Herzschlag und zu niedrigen Blutdruck gemeldet. Deshalb muss eine dokumentierte ärztliche Beratung vorausgehen, die Ihre Medikamente und chronischen Krankheiten erfasst.

Was beide Verfahren kosten und wann jemand anderes zahlt

Für die Fettabsaugung gibt es eine Gebührennummer, für die Kryolipolyse nicht. Die Arztpraxis rechnet die Fettabsaugung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) mit der Nummer 2454 ab: 924 Punkte je Extremität, beim Punktwert von 5,82873 Cent also 53,86 Euro beim einfachen, 123,87 Euro beim 2,3-fachen und 188,50 Euro beim 3,5-fachen Satz. Das ist nur der ärztliche Anteil für das Absaugen; Betäubung, Klinik, Material und Nachsorge kommen dazu. Die DGÄPC nennt als Richtwert etwa 1.000 Euro für kleinere Eingriffe und 10.000 Euro oder mehr für mehrere Stellen, zuzüglich Narkose und Klinik; das ist eine Angabe der Fachgesellschaft, kein amtlicher Preis.

Für die Kryolipolyse enthält das GOÄ-Verzeichnis keine Nummer, die Praxis rechnet sie deshalb analog nach einer gleichwertigen Leistung ab. Ein Kosmetikstudio ist an die GOÄ nicht gebunden. Die Krankenkasse zahlt die Kryolipolyse nie; die Fettabsaugung nur bei einem Lipödem und nur unter den Voraussetzungen der Qualitätssicherungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses. Ohne medizinische Indikation fallen bei beiden Verfahren 19 Prozent Umsatzsteuer an.

Ein Unterschied betrifft die Folgekosten. § 52 Absatz 2 SGB V verpflichtet die Krankenkasse, Sie an den Kosten zu beteiligen und das Krankengeld zu kürzen, wenn Sie sich eine Krankheit durch eine medizinisch nicht indizierte ästhetische Operation zugezogen haben. Die ästhetische Fettabsaugung ist eine solche Operation. Die Kryolipolyse nennt der Wortlaut nicht, weil sie keine Operation ist.

  1. Lassen Sie Befund, Gewicht und Body-Mass-Index bei einer Ärztin dokumentieren, bevor Sie Angebote einholen.
  2. Klären Sie bei Schmerzen oder symmetrischer Fettvermehrung an Beinen oder Armen zuerst die Diagnose Lipödem, weil sie über Verfahren und Kostenträger entscheidet.
  3. Holen Sie für die Fettabsaugung einen Kostenvoranschlag mit GOÄ-Nummern, Faktoren, Betäubung und Nachsorge ein, für die Kryolipolyse ein Angebot mit Zahl der Areale, Sitzungen und dem Gerät.
  4. Fragen Sie bei der Kryolipolyse nach dem Vorgehen bei einer paradoxen Fettzunahme und bei der Fettabsaugung nach Komplikationen, Kompression und Erreichbarkeit nach dem Eingriff.
  5. Nennen Sie in beiden Gesprächen alle Medikamente, besonders Blutverdünner und Mittel gegen Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen.

Häufige Fragen

Ist eine Kryolipolyse eine Alternative zur Fettabsaugung?

Eine Kryolipolyse ist nur bei einem einzelnen, greifbaren Fettpolster und einem Body-Mass-Index bis 30 kg/m² eine Alternative zur Fettabsaugung. Eine deutsche randomisierte Studie von 2023 beschreibt die Kryolipolyse als nebenwirkungsärmer, aber auch weniger wirksam als die Liposuktion; nach einer Sitzung nahm die Fettschicht im Ultraschall um 14,1 Prozent ab. Größere Mengen oder mehrere Regionen entfernt nur die Fettabsaugung.

Wie viel Fett entfernt eine Kryolipolyse im Vergleich zur Fettabsaugung?

Eine Kryolipolyse verringert die Fettschicht an der behandelten Stelle nach einer Übersicht aus 19 Studien um 10,3 bis 25,5 Prozent, gemessen im Ultraschall. Eine Fettabsaugung entfernt nach Angaben der DGÄPC mit der Tumeszenztechnik bis zu 3 Liter reines Fett je Eingriff; beim Lipödem begrenzt die Leitlinie das Volumen auf 10 Prozent des Körpergewichts je Sitzung.

Kann eine Kryolipolyse beim Lipödem die Fettabsaugung ersetzen?

Nein, beim Lipödem empfiehlt die S2k-Leitlinie (AWMF 037-012, Version 5.0 vom 22. Januar 2024) die Liposuktion als operative Methode der Wahl zur nachhaltigen Reduktion des Fettgewebes; die Kryolipolyse nennt sie nicht. Die Krankenkasse zahlt beim Lipödem nur die Liposuktion, und das nur unter den Voraussetzungen der Qualitätssicherungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses.

Was passiert, wenn das Fettpolster nach einer Kryolipolyse größer wird?

Wird ein Fettpolster Monate nach einer Kryolipolyse größer und fester, handelt es sich meist um eine paradoxe adipöse Hyperplasie. Eine Metaanalyse von 2025 fand sie bei 0,22 Prozent der Behandelten. Sie bildet sich nach bisherigen Berichten nicht von selbst zurück; behandelt wird sie meist nach sechs bis neun Monaten mit einer Fettabsaugung, manchmal mit einer Bauchdeckenstraffung.

Zahlt die Krankenkasse eine Kryolipolyse oder eine Fettabsaugung?

Die gesetzliche Krankenkasse zahlt eine Kryolipolyse nie. Eine Fettabsaugung zahlt sie nur bei einem diagnostizierten Lipödem und nur unter den Voraussetzungen der Qualitätssicherungs-Richtlinie, unter anderem nach sechs Monaten konservativer Therapie und bei einem Body-Mass-Index bis 35 kg/m². Eine rein ästhetische Fettabsaugung zahlen Sie selbst, zuzüglich 19 Prozent Umsatzsteuer.

Begriffe aus diesem Artikel im Glossar

  • Liposuktion: Liposuktion, auch Fettabsaugung genannt, entfernt Unterhautfettgewebe über feine Kanülen durch kleine Hautschnitte. Bei Lipödem-Patientinnen ist sie nach aktueller Leitlinie die einzige Behandlung, die das vermehrte Fettgewebe dauerhaft reduziert, während konservative Verfahren nur die Symptome lindern. Der Eingriff erfolgt unter Tumeszenz-Lokalanästhesie oder Vollnarkose.
  • Tumeszenz-Lokalanästhesie: Die Tumeszenz-Lokalanästhesie betäubt das Operationsgebiet, indem eine stark verdünnte Lösung aus Lokalanästhetikum, Kochsalzlösung und gefäßverengendem Adrenalin in das Unterhautfettgewebe eingebracht wird. Das Gewebe schwillt an, wird fest und blutungsarm. Der Chirurg James Klein entwickelte das Verfahren 1987 ursprünglich für die Liposuktion.
  • Body-Mass-Index (BMI): Der Body-Mass-Index (BMI) errechnet sich aus dem Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern. Er dient als grober Anhaltspunkt für die Einordnung des Körpergewichts, ersetzt aber keine ärztliche Untersuchung. Im Beschluss zur Liposuktion bei Lipödem ist er eine von mehreren Voraussetzungen.
  • Serom: Ein Serom ist eine Ansammlung von Wundflüssigkeit in einem operativ geschaffenen Hohlraum, etwa nach einer Liposuktion. Es zählt laut ärztlicher Fachliteratur zu den selteneren, aber bekannten Komplikationen des Eingriffs und macht sich meist durch eine tastbare, weiche Schwellung im behandelten Areal bemerkbar.
  • Konturunregelmäßigkeiten: Konturunregelmäßigkeiten sind unregelmäßige Vertiefungen oder Wellen der Hautoberfläche, die nach einer Liposuktion auftreten können, wenn Fettgewebe ungleichmäßig entfernt wurde. Fachliteratur nennt sie neben Hämatomen und Asymmetrien zu den häufigeren chirurgischen Begleiterscheinungen des Eingriffs, die meist mit der Zeit abnehmen. Die Wahrscheinlichkeit hängt auch von der Erfahrung des Operateurs ab.
  • Kryolipolyse: Kryolipolyse ist ein Verfahren, das ein Fettpolster ohne Schnitt mit Kälte behandelt: Ein Applikator saugt die Hautfalte an und kühlt sie, bis ein Teil der Fettzellen abstirbt. Der Körper baut die geschädigten Zellen über Wochen ab.
  • Paradoxe adipöse Hyperplasie: Die paradoxe adipöse Hyperplasie ist eine seltene Nebenwirkung der Kryolipolyse, bei der das Fettgewebe im behandelten Bereich Monate später zu einem festen, scharf begrenzten Polster wächst, statt zu schrumpfen. Paradox heißt gegen die Erwartung, Hyperplasie Vermehrung von Gewebe.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. S2k-Leitlinie Lipödem, AWMF-Registernummer 037-012, Version 5.0 vom 22. Januar 2024, Kapitel 12 Operative Therapie, Empfehlungen 12.1 und 12.4, Deutsche Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie, AWMF,
  2. Durchführungsverordnung (EU) 2022/2346 der Kommission vom 1. Dezember 2022, Anhang V: Geräte zur Reduzierung, Entfernung oder Zersetzung von Fettgewebe, Abschnitte 6.4 und 6.4.2, Amtsblatt der Europäischen Union, EUR-Lex,
  3. Gebührenverzeichnis zur GOÄ, Abschnitt L VII Chirurgie der Körperoberfläche, Nummer 2454, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  4. § 52 SGB V, Leistungsbeschränkung bei Selbstverschulden, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  5. FDA 510(k) Summary K151179, ZELTIQ CoolSculpting System, Indications for Use, U.S. Food and Drug Administration,
  6. Fettabsaugung (Liposuktion): Diagnose, Methoden, Nachbehandlung, Kosten, Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC),
  7. Ingargiola MJ, Motakef S, Chung MT et al.: Cryolipolysis for fat reduction and body contouring: safety and efficacy of current treatment paradigms. Plastic and Reconstructive Surgery 2015;135(6):1581-1590, DOI 10.1097/PRS.0000000000001236, Plastic and Reconstructive Surgery, PubMed Central,
  8. Dahmann S, Sanders A, Saarbeck C et al.: Active Heating following Cryolipolysis Reduces Efficacy and Side Effects: A Randomized Split-Body Trial. Plastic and Reconstructive Surgery 2023;152(5):965-975, DOI 10.1097/PRS.0000000000010366, Plastic and Reconstructive Surgery, PubMed,
  9. Ravindran R, Pizzol D, Rahmati M et al.: Cryolipolysis and associated health outcomes, adverse events, and satisfaction: A systematic review and meta-analysis. Obesity Reviews 2025;26(8):e13925, DOI 10.1111/obr.13925, Obesity Reviews, PubMed,
  10. Mah AE, Razeghi P, Li C et al.: Incidence of Paradoxical Adipose Hyperplasia After Cryolipolysis: A Systematic Review and Meta-Analysis. Aesthetic Surgery Journal Open Forum 2025;7:ojaf142, DOI 10.1093/asjof/ojaf142, Aesthetic Surgery Journal Open Forum, PubMed,
  11. Kelly ME, Rodríguez-Feliz J, Torres C, Kelly E: Treatment of Paradoxical Adipose Hyperplasia following Cryolipolysis: A Single-Center Experience. Plastic and Reconstructive Surgery 2018;142(1):17e-22e, DOI 10.1097/PRS.0000000000004523, Plastic and Reconstructive Surgery, PubMed,
  12. Ortiz AE, Avram MM: Noninvasive body contouring: cryolipolysis and ultrasound. Seminars in Cutaneous Medicine and Surgery 2015;34(3):129-133, DOI 10.12788/j.sder.2015.0171, Seminars in Cutaneous Medicine and Surgery, PubMed,

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Stand dieser Angaben: 21. September 2026.